Mentoring vs. Einarbeitung neuer Mitarbeiter – wie man neue Mitarbeiter schneller einarbeitet
Die ersten Wochen im neuen Job haben einen enormen Einfluss darauf, wie sich ein Mitarbeiter in den kommenden Monaten – und oft sogar Jahren – innerhalb des Unternehmens bewähren wird. In dieser Zeit knüpft er seine ersten Kontakte, macht sich mit der Unternehmenskultur vertraut, lernt die Abläufe kennen und beginnt zu verstehen, was das Unternehmen von ihm erwartet.
Beim Onboarding geht es oft lediglich darum, Abläufe, Präsentationen und eine To-do-Liste bereitzustellen. Neue Mitarbeiter erhalten zwar viele Informationen, haben aber nicht immer die Möglichkeit, den Kontext zu verstehen, Fragen zu stellen oder ihre Bedenken zu äußern.
Immer mehr Unternehmen ergänzen das Onboarding durch Mentoring. Dadurch endet das Onboarding nicht mit der Wissensvermittlung, sondern wird zu einem Prozess, der auf Beziehungen, Unterstützung und individueller Entwicklung basiert. Wie die Praxis zeigt, kann Mentoring die Einarbeitungszeit eines Mitarbeiters erheblich verkürzen, sein Engagement steigern und ihm helfen, sich schneller in seiner neuen Rolle selbstständig zu machen.
Warum reicht das Onboarding nicht immer aus?
Ein traditionelles Onboarding ist unverzichtbar. Es ermöglicht es Ihnen, Wissen über das Unternehmen, Abläufe, Tools und Arbeitsmethoden weiterzugeben. Doch selbst der bestvorbereitete Onboarding-Prozess hat seine Grenzen. Neue Mitarbeiter stehen oft vor Fragen, die in Präsentationen oder Handbüchern nicht behandelt werden. Wie sieht die informelle Unternehmenskultur aus? Wie baut man Beziehungen zum Team auf? Wie findet man sich in einem neuen Umfeld zurecht? Wie geht man mit der Unsicherheit und dem Druck der ersten Monate um?
Genau hier kommt das Mentoring ins Spiel. Ein Mentor ersetzt weder den Vorgesetzten noch die Personalabteilung. Vielmehr hilft ein Mentor einem neuen Mitarbeiter, das Unternehmen besser zu verstehen, Herausforderungen aus der richtigen Perspektive zu betrachten und nach und nach Selbstvertrauen aufzubauen.
Dies ist heute besonders wichtig, da viele Organisationen in einem Umfeld ständiger Veränderungen agieren und die Erwartungen der Mitarbeiter hinsichtlich der Unterstützung bei ihrer beruflichen Entwicklung deutlich höher sind als noch vor wenigen Jahren.
Wie unterstützt Mentoring die Einarbeitung neuer Mitarbeiter?
Beim Mentoring geht es nicht darum, vorgefertigte Antworten zu liefern. Sein größter Wert liegt darin, einen sicheren Raum für Gespräche und Lernen zu schaffen. Ein neuer Mitarbeiter gewinnt jemanden, an den er sich mit Fragen wenden, mit dem er seine Bedenken besprechen oder den er bei seinen ersten herausfordernden Arbeitssituationen um Rat fragen kann. Dies hilft ihm, schneller ein Zugehörigkeitsgefühl zum Unternehmen zu entwickeln und sich leichter in der neuen Umgebung zurechtzufinden.
Die Vorteile des Onboarding-Mentorings zeigen sich auf vielen Ebenen:
- schnelleres Onboarding,
- mehr Selbstvertrauen bei neuen Mitarbeitern,
- es ist einfacher, Beziehungen innerhalb der Organisation aufzubauen,
- größeres Engagement und mehr Motivation,
- eine höhere Wahrscheinlichkeit, dass ein Mitarbeiter langfristig im Unternehmen bleibt.
Wichtig ist, dass Mentoring nicht ausschließlich Personen in Führungspositionen vorbehalten sein muss. Es richtet sich zunehmend auch an Fachkräfte, Experten und Berufseinsteiger, die direkt nach dem Studium ins Berufsleben starten.
Onboarding-Mentoring ist nicht dasselbe wie ein Buddy-Programm
Viele Unternehmen verfügen bereits über ein sogenanntes „Buddy-Programm“, bei dem einem neuen Mitarbeiter ein Mentor zur Seite gestellt wird, der ihm hilft, sich in den täglichen Arbeitsabläufen des Unternehmens zurechtzufinden. Dies ist ein sehr wertvoller Ansatz, doch das Mentoring geht noch einen Schritt weiter.
Ein Buddy hilft in erster Linie bei organisatorischen und betrieblichen Angelegenheiten. Ein Mentor hingegen fördert die Entwicklung eines Mitarbeiters, hilft ihm dabei, berufliche Ziele zu setzen, Selbstvertrauen aufzubauen und seinen Karriereweg aus einer breiteren Perspektive zu betrachten. Deshalb entscheiden sich immer mehr Unternehmen dafür, beide Ansätze zu kombinieren. Ein Buddy bietet Unterstützung in den ersten Wochen im neuen Job, während das Mentoring in den folgenden Monaten zur beruflichen Weiterentwicklung beiträgt.
Wie lange sollte das Onboarding-Mentoring dauern?
Es gibt kein einheitliches, allgemeingültiges Modell. In manchen Unternehmen dauert das Onboarding-Mentoring drei Monate und umfasst mehrere Treffen. In anderen ist es Teil eines längerfristigen Entwicklungsprogramms, das den Mitarbeiter während seines gesamten ersten Arbeitsjahres begleitet.
Das Wichtigste ist jedoch, dass der Prozess richtig strukturiert ist.
Die Teilnehmer sollten Folgendes wissen:
- Was ist der Zweck des Mentorings?
- Wie oft finden die Sitzungen statt,
- Wie lauten die Regeln für die Zusammenarbeit,
- wie die Ergebnisse des Prozesses gemessen werden.
Das Fehlen solcher Leitlinien kann dazu führen, dass die Mentoring-Beziehung nach und nach im Sande verläuft oder sich auf gelegentliche Gespräche ohne klare Ausrichtung beschränkt.
Wie lassen sich die Auswirkungen von Mentoring im Rahmen des Onboardings messen?
Einer der größten Fehler besteht darin, Mentoring lediglich als interessante Ergänzung zum Onboarding zu betrachten. Ein gut konzipiertes Programm sollte überwacht und evaluiert werden. Auf diese Weise kann das Unternehmen feststellen, ob Mentoring tatsächlich die Einarbeitung neuer Mitarbeiter unterstützt.
Es lohnt sich unter anderem, Folgendes zu analysieren:
- Zufriedenheitsgrad der Teilnehmer,
- das Erreichen der Mentoring-Ziele,
- Grad der Einbindung in den Prozess,
- Mitarbeiterbindung nach Abschluss des Einarbeitungsprozesses,
- die Zeit, die benötigt wird, um in einer neuen Rolle selbstständig arbeiten zu können.
Immer mehr Unternehmen betrachten Mentoring zudem als eine Investition in die Mitarbeitererfahrung. Je positiver die ersten Erfahrungen eines neuen Mitarbeiters mit dem Unternehmen sind, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass er sich langfristig an das Unternehmen bindet.
Wie unterstützt Mentiway die Einarbeitung durch Mentoring?
Die Umsetzung eines Onboarding-Mentoring-Programms erfordert mehr als nur die Zusammenführung zweier Personen. Sie benötigen die richtigen Tools, um den gesamten Prozess zu steuern, dessen Fortschritt zu überwachen und die Teilnehmer in jeder Phase ihrer Zusammenarbeit zu unterstützen.
Mit Mentiway können Unternehmen:
- Mentoren und Mentees anhand ihrer Erfahrungen, Kompetenzen und Entwicklungsbedürfnisse zusammenbringen,
- sicherstellen, dass die Teilnehmer Zugang zur Mentoring-Vereinbarung und zu klaren Richtlinien für die Zusammenarbeit haben,
- Verwenden Sie vorgefertigte Formulare, um sich auf das erste Treffen vorzubereiten,
- Mentoren und Mentees eine Datenbank mit Entwicklungstechniken und Lehrmaterialien zur Verfügung stellen,
- die Aktivitäten der Teilnehmer, die Erreichung der Ziele und den Fortschritt des gesamten Programms zu überwachen.
Daher ist das Onboarding-Mentoring keine einmalige Maßnahme, sondern ein strukturierter Prozess, der auf die gesamte Organisation ausgeweitet werden kann.
Das Onboarding ist erst der Anfang
Ein gut durchgeführter Einarbeitungsprozess endet nicht nach der ersten Arbeitswoche und beschränkt sich auch nicht darauf, Abläufe zu erklären oder Zugriff auf Systeme zu gewähren. Neue Mitarbeiter benötigen zudem Unterstützung dabei, Beziehungen aufzubauen, sich in der Unternehmenskultur zurechtzufinden und Selbstvertrauen zu entwickeln. Das Mentoring geht genau auf diese Bedürfnisse ein.
Aus diesem Grund betrachten immer mehr Unternehmen Mentoring nicht als bloßen Zusatz zum Onboarding, sondern als eine seiner wichtigsten Säulen. Bei einem effektiven Onboarding geht es nicht nur um die Weitergabe von Wissen. Es geht darum, Bedingungen zu schaffen, unter denen sich ein neuer Mitarbeiter schneller in das Unternehmen integrieren und sich voll und ganz der Entfaltung seines Potenzials widmen kann.
Möchten Sie Onboarding und Mentoring in Ihrem Unternehmen miteinander verbinden?
Bei Mentiway unterstützen wir Unternehmen dabei, Mentoring-Programme zu konzipieren und durchzuführen, die die Einarbeitung neuer Mitarbeiter fördern.
Wir bieten:
- intelligente Zuordnung von Mentoren und Mentees,
- vorgefertigte Sitzungsskripte und Tagesordnungen,
- Mentoring-Vertrag und Instrumente zur Zielsetzung,
- eine Datenbank mit Mentoring-Techniken,
- Überwachung der Beteiligung und der Ergebnisse des Programms.
Dadurch wird das Onboarding persönlicher, ansprechender und effektiver.
FAQ: Mentoring vs. Einarbeitung neuer Mitarbeiter
Kann Mentoring Teil des Onboardings sein?
Ja. Immer mehr Unternehmen setzen Mentoring ein, um das herkömmliche Einarbeitungsprogramm zu ergänzen, damit neue Mitarbeiter schneller einsatzbereit sind und ihr Engagement gesteigert wird.
Wie lange sollte das Onboarding-Mentoring dauern?
In der Regel zwischen 3 und 12 Monaten, je nach Position und den Anforderungen des Unternehmens.
Sollte der Onboarding-Mentor der Vorgesetzte des Mitarbeiters sein?
Meistens nicht. Ein Mentor spielt eine andere Rolle als ein Vorgesetzter und kann daher einen offeneren Raum für Gespräche schaffen.
Inwiefern unterscheidet sich Mentoring von einem Buddy-Programm?
Ein Buddy hilft vor allem bei organisatorischen Angelegenheiten und im Tagesgeschäft, während das Mentoring die berufliche Entwicklung und die langfristige Eingewöhnung eines Mitarbeiters fördert.
Wie lässt sich die Wirksamkeit von Mentoring beim Onboarding messen?
Es lohnt sich, unter anderem die Zufriedenheit der Teilnehmer, die Zielerreichung, die Mitarbeiterbindung und die Zeit zu analysieren, die benötigt wird, um in einer neuen Rolle selbstständig arbeiten zu können.