Wie viele Ziele sollen im Rahmen des Mentoring-Prozesses verfolgt werden?
Ziele sind die absolute Grundlage des Mentoring-Prozesses. Sie machen Mentoring nicht zu einer Reihe von losen Gesprächen, sondern zu einem strukturierten Entwicklungsprozess, der eine Richtung, einen Sinn und messbare Ergebnisse hat. Ohne klar definierte Ziele verfällt man leicht in ein Muster von Treffen, die zwar hier und jetzt wertvoll sind, aber langfristig keine wirklichen Veränderungen bewirken.
Gut definierte Ziele machen es möglich:
- Geben Sie dem ganzen Prozess eine Struktur,
- Konzentrieren Sie das Gespräch auf das, was wirklich wichtig ist,
- Fortschrittsmonitor,
- Und am Ende – um die Auswirkungen des Mentorings realistisch zu bewerten.
Ziele haben noch eine weitere wichtige Funktion: Sie ordnen das Denken des Mentees über seine eigene Entwicklung. Anstelle eines allgemeinen „Ich will mich entwickeln“ gibt es Konkretisierungen: in welche Richtung, warum und was sich tatsächlich ändern soll.
Darüber hinaus ist in vielen Fällen allein die Definition des Ziels eines der wichtigsten Ergebnisse des Mentoring. Die Mentee’s sortieren oft erst während der ersten Sitzungen ihre Gedanken, benennen ihre Bedürfnisse und bestimmen ihre Richtung. Dies ist der Punkt, an dem das Mentoring beginnt, einen echten Wert zu haben. Wenn Sie mehr über Mentoring-Ziele und Techniken zu deren Festlegung erfahren möchten, lesen Sie diesen Artikel.
Wie viele Ziele sollte man sich für den Mentoring-Prozess setzen?
Aus der Perspektive der Gestaltung von Mentoring-Programmen empfehlen wir meistens, an 2-3 Zielen zu arbeiten – je nach Komplexität und Dauer des Prozesses. Dieser Ansatz ergibt sich sowohl aus der Erfahrung in der Arbeit mit Organisationen als auch aus Beobachtungen der Mentoring-Teilnehmer selbst.
Warum genau so viel? Zunächst einmal ist es ein Betrag, der:
- ermöglicht es Ihnen, den Fokus zu behalten,
- gibt Raum für echte Arbeit,
- Gleichzeitig wird die Entwicklung nicht auf einen einzigen Thread beschränkt.
Mit zwei oder drei Zielen ist es möglich, die Themen zu vertiefen und einen echten Unterschied zu machen, anstatt sie nur oberflächlich zu besprechen. Gleichzeitig hat der Mentee das Gefühl, dass er sich in mehreren wichtigen Bereichen weiterentwickelt und nicht nur in einem sehr engen.
Wir haben die Praxisdaten von rund 2.000 Mentoring-Paaren mit Mentiway analysiert – und die Ergebnisse stimmen mit dieser Empfehlung überein.
Am häufigsten geben die Teilnehmer an:
1 Ziel – 27% der Paare
2 Ziele – 25% der Paare
3 Ziele – 31% der Paare
Insgesamt basieren sogar 83% der Mentoring-Prozesse auf maximal 3 Zielen. Dies zeigt, dass die Teilnehmer auch ohne Top-down-Regeln intuitiv eine begrenzte Anzahl von Prioritäten wählen.
Eine größere Anzahl von Zielen erscheint viel seltener:
4 Ziele – 10%
5+ Ziele – marginal (weniger als 10% insgesamt)
Fazit: In der Mentoring-Praxis ist es der natürliche Standard, an 1-3 Zielen zu arbeiten, und gelegentlich wird diese Zahl überschritten.
Hängt die Anzahl der Ziele von der Länge des Prozesses ab?
Mentoring-Prozesse können variieren – sowohl hinsichtlich der Dauer als auch der Anzahl der Sitzungen. Es stellt sich also die Frage: Bedeutet längeres Mentoring mehr Ziele? Die Datenanalyse zeigt, dass dies nicht so sehr der Fall ist, wie man annehmen könnte.
Kurze Prozesse (etwa 6 Sitzungen)
In kürzeren Programmen:
- Der Anteil der Paare, die an 1, 2 und 3 Zielen arbeiten, liegt sehr dicht beieinander,
- 3 Ziele werden selten überschritten,
- Das Mentoring konzentriert sich auf mehrere Schlüsselbereiche.
In der Praxis bedeutet dies, dass die Teilnehmer auch bei einer begrenzten Anzahl von Sitzungen an mehr als einem Thema arbeiten können – und dennoch einen klaren Fokus behalten.
Längere Prozesse (7-8 Sitzungen und mehr)
Bei längeren Prozessen:
- Der Anteil der Paare mit 1-2 Zielen ist leicht rückläufig,
- Die Zahl der Paare, die an 3+ Zielen arbeiten, steigt,
- entsteht mehr Raum für die Entwicklung zusätzlicher Themen.
Die längere Dauer bietet die Möglichkeit, weitere Themen zu entwickeln oder bestehende zu vertiefen. Oft ergeben sich auch neue Ziele während des Prozesses, da der Mentee seine Situation besser versteht.
Aber – und das ist der Schlüssel – die Unterschiede sind nicht groß. Unabhängig von der Dauer des Prozesses bleibt das vorherrschende Modell die Arbeit an 1-3 Zielen.
Warum sind zu viele Ziele ein Problem?
Es mag den Anschein haben, dass je mehr Ziele, desto besser. In der Praxis funktioniert genau das Gegenteil, insbesondere bei Entwicklungsprozessen, die auf Beziehung und Reflexion beruhen.
Zu viele Ziele:
- Ablenkungen durch den Mentee,
- erschwert eine tiefgreifende Arbeit,
- senkt die Qualität der Sitzung,
- erhöht das Risiko einer oberflächlichen Behandlung von Themen anstelle eines echten Fortschritts.
Infolgedessen wird das Mentoring mehr zu einer Wiederholung von Themen als zu einem echten Veränderungsprozess. Es ist dann schwierig, zwischen den Sitzungen konkrete Schlussfolgerungen und Maßnahmen zu treffen.
Mentoring funktioniert am besten, wenn es Raum für Konzentration, Beständigkeit in den Treffen und Gelegenheit zum Nachdenken und Handeln gibt. Es ist die Wiederholung und Vertiefung von Themen, die echte Veränderungen bewirken. Es ist schwierig, die gleiche Wirkung mit 5-6 gleichzeitigen Zielen zu erzielen.
Wie setzt man Ziele im Mentoring-Prozess?
Gut definierte Ziele werden nicht sofort erreicht. Es ist ein Prozess, der Zeit, Reflexion und die richtigen Instrumente erfordert. Sehr oft kommt ein Mentee zur ersten Sitzung mit einem allgemeinen Gefühl für die Notwendigkeit von Veränderungen, aber ohne klar benannte Richtungen.
In der Praxis:
- Dies nimmt oft einen Teil der ersten und die gesamte zweite Mentoring-Sitzung in Anspruch,
- dauert manchmal sogar noch länger,
- ist einer der wichtigsten Schritte des gesamten Prozesses.
In dieser Phase wird das Fundament für die gesamte Zusammenarbeit gelegt. Wenn die Ziele gut definiert sind, haben die folgenden Sitzungen eine natürliche Richtung. Ist dies nicht der Fall, kann das Mentoring schnell an Konsistenz verlieren.
Bei Mentiway fördern wir einen umfassenden Ansatz, der Folgendes umfasst:
1️⃣ Sich selbst und seine Bedürfnisse verstehen (z.B. Analyse von Werten, Prioritäten, Lebensbereichen)
In dieser Phase prüft der Mentee, was ihm wirklich wichtig ist – nicht nur beruflich, sondern im weiteren Sinne: im Leben. Hilfsmittel wie das Lebensrad helfen zu erkennen, wo die größten Spannungen, Lücken oder Veränderungsbedürfnisse liegen. Dies ist oft der Moment der ersten wichtigen Entdeckungen. Mehr über diese Technik können Sie hier lesen.
2️⃣ Auswahl von Entwicklungsbereichen (z.B. Topic Mapping, Arbeit an Mind Maps)
Der nächste Schritt besteht darin, die Perspektive zu verengen. Aus dem Gesamtbild ergeben sich spezifische Bereiche, an denen gearbeitet werden kann. Auf diese Weise versucht der Mentee nicht, alles auf einmal zu ändern, sondern wählt die Elemente aus, die den größten Einfluss auf seine Situation haben.
3️⃣ Detaillierte Ziele (z. B. SMART-Ansatz)
Am Ende stehen die konkreten Ziele, die klar, messbar und erreichbar beschrieben sind. Dies ist der Moment, in dem aus allgemeinen Anweisungen ein realisierbarer Aktionsplan wird, auf den Sie während des gesamten Prozesses zurückgreifen können. Hier können Sie mehr über den SMART-Ansatz lesen.
Dadurch wird sichergestellt, dass die Ziele nicht willkürlich, sondern bewusst gewählt und gut in den Kontext des Mentees eingebettet sind.
Zusammenfassung: Wie viele Ziele gibt es im Mentoring?
Wenn Sie sich eine Sache aus diesem Artikel merken sollten, dann ist es diese: Die besten Mentoring-Ergebnisse werden durch die Arbeit an 1-3 Zielen erzielt.
Dieser Ansatz:
- mit der Praxis übereinstimmt (83 % der Fälle),
- funktioniert unabhängig von der Dauer des Prozesses,
- hält das Gleichgewicht zwischen Konzentration und Entwicklung.
Beim Mentoring geht es nicht darum, alles auf einmal zu tun. Es geht darum, bewusst auszuwählen, was am wichtigsten ist, und mit der Zeit konsequent daran zu arbeiten.
Wenn Sie den Teilnehmern helfen möchten, ihre Ziele besser zu definieren, den Mentoring-Prozess zu strukturieren und sicherzustellen, dass alle Teilnehmer Zugang zu bewährten Instrumenten und Techniken haben, kontaktieren Sie uns.
In Mentiway:
- Wir bieten eine Datenbank mit etwa 100 Techniken und Entwicklungswerkzeugen,
- Wir unterstützen die Teilnehmer Schritt für Schritt,
- Wir helfen bei der Gestaltung und Durchführung des gesamten Mentoring-Programms mit Unterstützung der Technik.
FAQ – Ziele im Mentoring
Wie viele Ziele sollte ein Mentee haben?
Meistens sind es 1 bis 3. Dies ist die optimale Anzahl für echte Arbeit und sichtbare Ergebnisse.
Können die Ziele während des Mentorings geändert werden?
Ja. Ziele können sich weiterentwickeln – wichtig ist, dass sie regelmäßig überprüft und aktualisiert werden.
Ist ein Ziel nicht genug?
Nein. Wenn es sich um ein komplexes und gut definiertes Ziel handelt, kann ein einziges Ziel für den gesamten Prozess völlig ausreichen.
Wirkt sich die Dauer der Betreuung auf die Anzahl der Ziele aus?
Nur in geringem Umfang. Auch in längeren Prozessen werden meist maximal 3 Ziele bearbeitet.
Wie definiert man ein Mentoring-Ziel richtig?
Am besten ist es, bewährte Techniken (z. B. Wheel of Life, SMART) zu verwenden und sich zu Beginn des Prozesses entsprechend viel Zeit zu nehmen.